Windel.Wickel.Geschichte

Nachdem wir unsere Tochter nun 2 1/2 Jahre mit Wegwerfwindeln gewickelt haben. Erst Bio.Windeln (Wiona, Moltex) zum Schluss dann Discounter.Windeln (Dm, Rossmann, Aldi). So plagte uns nun all die zwei Jahre auch der ewig volle und stinkende Windeleimer und nicht zu vergessen unserer schlechtes (Öko)-Gewissen.

Nun wollten ich es also beim zweiten Kind alles viel besser machen…und so ging ich nach der ersten „Eingewöhungszeit“ unseres kleinen Erdenbürgers auf die Suche nach der passenden Windel für uns…die Wiona zu Beginn lief ständig aus, die Pampers hielt den MuMi Stuhl nicht. Also suchte ich nach Alternativen, so landete ich zunächst wieder bei der Moltex Öko und war auch recht zufrieden. Aber der Mülleimer blieb trotzdem voll und der Geldbeutel wurde immer leerer.

Warum also nicht mal Stoffwindeln ausprobieren? Es war Sommer warm und sonnig und so schreckte mich auch die Wäsche nicht weiter ab. Einen ganzen Berg Mullwindeln hatten wir von Bekannten „geerbt“. Aber wie genau geht das überhaupt mit den Windeln? Dann sah ich bei Freunden lustig bunte Stoffwindeln die so gar nicht mehr nach Mull aussahen – da bekam ich nun endgültig Lust umzusteigen. Und informierte mich im Netz…schnell wurde mir allerdings klar, dass dies wohl eine längere Auseinandersetzung werden würde…so viele verschiedene Modelle und Varianten, Test und Berichte mir schwirrte der Kopf.

Also besorgte ich mir erstmal verschiedene Modelle und probierte selbst aus – unsere erste Stoffwindel (ebay sei dank) wurde eine La P`etit Prairie Sweet Lili, gefolgt von Fuzzy Buns One Size – und diese beiden Windeln gefielen selbst meinem Freund. Sie sind super praktisch und halten dicht. Sie kommen fast trocken aus der Waschmaschine. Als Einlage kann man die Mitgelieferten benutzen oder einfach nur gefaltete Mullwindeln. Sie tragen kaum auf, sind leicht und unser kleiner Sohn kann sich supergut darin bewegen und strampeln. Mit Druckknöpfen lassen sich die
Größen einstellen. Bei den Fuzzi Buns lassen sich zusätzlich Bauch-und Beingummis einstellen. Mann kann sie als „Pocketwindeln“ benutzen, muss man aber nicht. Wenn man einfach nur eine Einlage reinlegt (das können auch gefaltete Ikea Frotteewaschlappen sein), kann man die äußeren Höschen auch mehrmals verwenden und muss sie nicht gleich jedesmal waschen.

Fürs erste alles Bestens ABER … es ist bei den Fuzzy Buns alles Kunstfaser und bei den La P`etit Prairie zum großen Teil – dazu kommt die Polyutheran Beschichtung in allen Windelhosen dieser Art…und die ließen mich dann doch noch einmal weitersuchen. Es müsste noch etwas Natürlicheres geben. So landete ich bei Lenya Frotteefaltwindeln (kba) und den dazu gehörigen unbeschichteten Überhosen bzw. der Überhose Wolwikkel Amsterdam. Nun also natürlich ökologisch und ohne Plastikschicht. Hier braucht man allerdings Platz und Muße zum Falten der Windeln und hat einiges zu Tun mit der Pflege der Wollhose…gut nicht sehr häufig aber alle 2-3 Wochen steht ein Wollkur an. Die Frotteetücher brauchen länger zum trocknen als
die Kunstfaserwindeln und tragen deutlich stärker auf. Die passenden Überhosen wirken da schon fast etwas eng, so dass ich eigentlich fast eine Größe überspringen könnte. Außerdem bleiben die Klettverschlüsse der Überhosen ständig in den Schlingen der Frotteetücher hängen. Deshalb suche ich nun noch eine unbeschichtete Überhose mit Druckknöpfen…

Das erste Reinschnuppern in die Welt der Stoffwindeln macht definitiv Lust auf mehr. Mit den verschiedenen Varianten des Wickelns vertraut werden, lässt Raum für Neues entstehen…so kann ich nun ganz nach den Bedürfnissen meines Kindes und nach meinen eigenen Vorlieben wickeln. Wenn es schnell gehen muss oder wir unterwegs sind kommt eine Mikrofaserwindel mit, wenn ich zu Hause in Ruhe falten kann…mir Zeit nehme für das Wickelritual dann sind die Frotteewindeln und Wollhöschen dran.

Unser Mülleimer bleibt endlich leer und ich habe nicht das Gefühl etwas eingebüßt zu haben oder in Wäsche zu ertrinken – sicher braucht es etwas Ausdauer die „richtige“ Windel zu finden aber es macht auch immer wieder Spaß.

Erfahrungsbericht von Karina